Hilfe zur Selbsthilfe

Foto: Sabine Stuewer

Für Tierheime

Tagtäglich erreichen uns Anfragen aus Tierheimen (natürlich auch von privat), ob wir nicht einen Hund mit massiven „Nebenwirkungen“ (zumeist Aggressionsverhalten/ ausgeprägtes Beutefangverhalten) aufnehmen wollen. Wir würden das so gut können und bei uns wäre er super unter. Oder zumindest der Wunsch nach dem einst angebotenen Dreimonats“paket“ wird geäußert.

 

Was bringt das denn?

Jaaaa, wir lernen dazu und bieten es nicht mehr an, denn a) Was macht es mit dem Hund? Was lernt der Hund? Was die Menschen, die den Hund abgeben? Der Hund: dass da Menschen sind, die soundso mit ihm umgehen; ihn täglich arbeiten; ihm ein Zuhause, ein sicheres Umfeld, bieten; ihn lieben und respektieren, so wie er ist (was nicht heißt, dass das im Ursprungstierheim nicht der Fall ist) – auch mit seinen „Baustellen“. Er lernt, dass sich keiner vor ihm ängstigt (und das wird im Vorfeld der Fall gewesen sein, denn sonst müsste er ja nicht „weg“, wenn es nicht aus Zeitnot ist, aber auch wir haben nur begrenzte Kapazitäten, zeitlich, mental, räumlich).

Was bringt es, wenn er nach drei Monaten – auch mit einer Übergabe von einer Woche – zurück geht? Bislang haben nicht viele weitergemacht mit dem, was wir trainierten. Wir können und wollen die „gebratenen Tauben“ nicht mehr verzehrfertig zurückgeben (was im Grunde ohnehin nicht möglich ist, wissen wir doch, dass „der Menschen den Hund macht“). Wir wollen auch nicht mehr unsere Knochen/ unsere Gesundheit für andere riskieren, denn auch wir werden von den Attacken der vom Menschen versaubeutelten Hunde nicht verschont.

Und vor allem, was macht es mit dem Hund?

Aaaaber – und das ist die super gute Nachricht – wir bieten Hilfe an. Lösungen! Wir bieten 2-3 Wochen-Intensivtrainings mit einer Bezugsperson bei uns im Tierschutzverein Viernheim und Umgebung e.V. an. Zum selber laufen lernen, um seinen „eigenen“ Schützling selbständig „nach vorne zu bringen“, zum nachhaltigen Lernen für die zukünftigen Hunde – auch, wenn nicht Hund gleich Hund ist. Zum Lernen für einen selber, fürs eigene Tierheim, fürs Tier! Ziel ist, dass das Erlernte dann im Tierheim-Alltag fortgeführt wird und dass das Knowhow im Umgang mit den als schwierig geltenden Hunden insgesamt verbessert wird, was natürlich die Lebensqualität der Hunde optimiert und womöglich die Vermittlungschancen erhöht.

Wir helfen dabei, Angeln zu bauen und lehren das Angeln, anstatt den fertigen Fisch zu servieren. Ist das gut oder ist das gut?

Wir sehen die Tierpfleger vor uns, die ihren Schützling über drei Wochen begleiten, ihn beobachten, trainieren, vergesellschaften und kennengelernt haben. Wir sehen stolze Gesichter vor uns von Menschen, die mit dem einst unnahbaren „Granaterich“ fröhlich nach Hause fahren, ihn fühlen, ihn mit anderen Augen sehen. Nein, nochmals, nicht geheilt, aber ganz genau wissend, wie er tickt, der Bursche – oder eben auch sie. Wo habe ich was zu erwarten, wo kann ich mich auf ihn verlassen und vor allem, er kann sich auf mich verlassen, weil ein Team entstanden ist. „Er“ ist nicht mehr der, der immer nervt und gefährlich ist – er ist der, der auch mal beißen würde, wenn man unachtsam ist oder ihn nicht richtig liest.

Na, wie klingt das? Wir wollen immer weniger – am liebsten gar nicht mehr – hören, dass derundder wegmuss, weil er beißt, er zu gefährlich ist. Abschieben ist nicht fair!

Da draußen laufen so viele engagierte Menschen in Tierheimen rum, die sich gerne dieser Hunde annehmen wollen und das auch können, wenn sie wissen, wie es geht, ein paar mehr Tools in ihren Werkzeugkasten bekommen. Es nützt nichts, die dreieinhalb „Auffangstationen“ anzufragen, denn die sind in der Regel übervoll und weshalb sollten diese oder wir es besser können, als andere. Auch wir haben gelernt, mit „diesen“ Hunden umzugehen. Also, traut Euch …

Nun heißt es, selber agieren – fürs Tier, für den Hund, denn die haben es mehr als verdient!

Was Dich erwartet: nach Ankunft eine Bestandsaufnahme zum sicheren Einschätzen, die auch als Gerüst für das Vermittlungsprofil gilt, und dann gehts los: wohlwollendes Trainieren, natürlich auch mit gesetzten Grenzen voller Respekt. Du fütterst selber, setzt selber den Maulkorb auf; Du holst ihn selber aus dem Zimmer (lernst die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen), er lernt das Hinhören und baut Vertrauen (erst einmal) zu Deiner Person auf, was späterhin nach und nach an Dein Team weitergegeben werden kann (gilt nicht für jeden, aber die meisten Hunde – wenn der Anfang gemacht ist). Ihr, sowohl Du, als auch Dein mitgebrachter Schützling, wird absolut im Alltag integriert (Hunde/ Menschenbegegnungen und wir schauen uns die „Problemzonen“ genau an).

Wir freuen uns, zu beobachten, wie Ihr Euch tagtäglich näherkommt/ dazulernt.

Bei den Vergesellschaftungen, die wir für absolut notwendig halten, wird Dein Hund zahlreiche Erfahrungen mit Artgenossen sammeln. Du wirst erfahren, was man bei diesen Begegnungen laufen lassen kann und was zu stoppen ist und erhältst eine Idee davon, mit welchen Hundetypen Dein Schützling dann späterhin in „Deinem“ Tierheim zusammenwohnen kann.

Wir vermitteln bei all dem UNSERE Herangehensweise.

Und ja, wir wissen, dass dieses Angebot einen Pferdefuß hat: den Personalmangel. Wir lernten einmal, dass es klug ist, die stumpfe Säge mal kurz zu schleifen, also pausieren zu lassen, damit sie am Ende des Tages wieder hervorragende Arbeit leisten kann. So sehen wir das auch hier. Dieses Training wird motivieren und macht Lust auf mehr. Die Arbeit, wenn man weiß, wies noch einfacher geht, wird viel leichter von der Hand gehen – vor allem auch nochmals weniger gefahrenträchtig.

Die Kosten für das Intensivtraining, welches zwei bis drei Wochen lang jeweils von Montag bis Freitag geht, können bei uns angefragt werden. Klar, bedeutet das, Geld in die Hand zu nehmen. Allerdings spart man so wiederum, denn es wird deutlich teurer, wenn ein Hund anderweitig untergebracht und trainiert wird.

Zudem wird auf diesem neuen Weg zusätzlich der Mensch geschult.

Sprecht uns bei allen anderen Fragen ebenfalls gerne an: info@hundeakademie.de.

P.S.: Notwendig ist, dass der jeweilige Hund im Vorfeld tierärztlich gründlich durchgecheckt wurde.

Voraussetzung ist zudem, dass das jeweilige Tierheim-Team an einem Strang zieht und anschließend gemeinsam weitergearbeitet wird. Denn ansonsten sind alle erreichten Erfolge schneller wieder Geschichte, als man gucken kann. Selbstverständlich stehen wir auch späterhin gerne mit Rat und Tat zur Seite!