Heute ist ein Artikel im Darmstädter Echo über die Aktion „Rettet das Nashorn“ zu lesen und kann auch online abgerufen werden, und zwar HIER.

GRIESHEIM.

„In Afrika werden jährlich mehr als 600 Nashörner wegen ihres Horns getötet. Das pulverisierte Horn geht für horrende Summen als Aphrodisiakum und Heilmittel gegen Krebs vorwiegend nach Asien“, klagt Perdita Lübbe-Scheuermann aus Griesheim. Zwar sei eine heilende Wirkung des Horns widerlegt, aber der Handel gehe dennoch weiter. „Die Wilderer schrecken vor nichts zurück, da ein Kilogramm Nashorn-Pulver bis zu 40 000 Euro bringt“, erklärt die Hundefachfrau, die gemeinsam mit ihrem Mann Ralf viel in Afrika unterwegs ist.

Ursprünglich wollte sie „nur ein bisschen Geld sammeln“, um die Anti-Wilderer-Einheit in Südafrika zu unterstützen und organisierte eine Internet-Versteigerung von Zeichnungen, Seminarplätzen, Fotoshootings und vielem mehr. Diese brachte rund 7000 Euro ein. Nun soll das Geld aber nicht einfach nach Afrika gebracht werden. Vielmehr soll die Anti-Wilderer-Einheit mit Jacken, Ferngläsern, kugelsicheren Westen und anderen Dingen ausgerüstet und auch mit einem Hund unterstützt werden, der darauf trainiert wird, das Horn von Nashörnern, Elfenbein und Waffen aufzuspüren. Er soll mit dem Sektionsleiter des Krüger-Nationalparks an Zufahrten des Parks Autos kontrollieren und in den umliegenden Dörfern nach Jagdbeute und Waffen suchen. Die Ausbildung des Hundes erfolgt kostenlos durch die Hunde-Akademie Perdita Lübbe. Diese wiederum wird beratend unterstützt von Gerold Günther, Fachbereichsleiter Diensthundwesen der Polizeiakademie Hessen und Tierarzt Martin Kniese aus Darmstadt, der mit der tierärztlichen Betreuung des Hundes betraut ist. „Wir haben uns für die Ausbildung eines Spür-Hundes entschieden, weil die Schutzhunde zu sehr in der Schusslinie stehen und die Nasenarbeit zum Auffinden von Horn und Waffen die größte Herausforderung für die Ausbilder in Süd-Afrika darstellt“, sagt Perdita Lübbe-Scheuermann, die zu Deutschlands bekanntesten Hundefachleuten zählt.

Mitte Januar bekommt sie vom K-9-Suchhundezentrum einen sogenannten Malinois, einen „drahtigen, muskulösen Hund mit viel Power“ spendiert, den sie für seine Aufgabe ausbildet. Bis er Anfang April nach Südafrika geflogen wird, muss er lernen, andere Tiere zu ignorieren, Menschenansammlungen zu dulden und Schlangen zu achten. Dazu wird Perdita Lübbe-Scheuermann mit ihm in den Opel-Zoo gehen, mit Komparsen arbeiten und natürlich Gehorsam und Zuverlässigkeit trainieren. Das VOX-Fernsehteam von „Hundkatzemaus“ wird die Ausbildung in Deutschland und die ersten Schritte in Afrika begleiten. „Wenn alles gut läuft, können wir weitere Sektionsleiter mit ausgebildeten Hunden ausstatten“, hofft die Tierschützerin. Information unter www.hundeakademie.de.